Die Pfarrkirche Mariä Geburt

Pettstadt, um 1070 Betestat genannt, gehörte ehemals zur Pfarrei Amlingstadt. 1399 wurde die Pfarrei Pettstadt errichtet und dem Domkapitel zu Bamberg als Obleiherrn unterstellt. Es bezog aus dem Ort Einkünfte, hatte dafür die Baupflicht an den kirchlichen Gebäuden.

In der Zeit der Pfarrgründung stand schon eine kleine Marienkapelle, die nach 1400 erweitert wurde. Davon stehen heute noch der spätgotische Turm und Reste des Langhauses. Der Altar stand im Untergeschoss des Turmes. In dieser Turmkapelle haben sich aus der damaligen Stilepoche Fresken erhalten, so Christus in der Mandorla, daneben Maria und Johannes der Täufer und andere Heilige. Ferner sind ein spätgotisches Sakramentshäuschen von 1494 mit den Wappen von 2 Bamberger Domkapitularen zu sehen, von Veit Truchseß von Pommersfelden (re.) und Martin von Lichtenstein. Ein Kreuzigungsrelief von 1519 und ein Ölbergrelief waren früher außen an der Kirche im ehemaligen Friedhof und wurden in die Turmkapelle versetzt.

An der äußeren Nordseite des Turmes befindet sich eine offene Kapelle mit einem Ölbergfresko und den Kopien des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde, deren Originale aus der Mitte des 14. Jh. jetzt im Historischen Museum Bamberg aufbewahrt werden.

Mit dem Bau der jetzigen barocken Kirche wurde 1754 begonnen. Der Architekt war Michael Küchel, ein Mitarbeiter von Balthasar Neumann. Das Gebäude war 1756 fertig, die Innenausstattung zog sich noch mehrere Jahre hin, so dass erst am 17. August 1777 die Weihe erfolgen konnte. Küchel ließ den Turm stehen, verwendete das vorherige Langhaus als Querschiff und fügte das jetzige Langhaus rechtwinklig dazu, so dass dieses jetzt nach Süden gerichtet ist.

Bemerkenswert ist die gut gegliederte Fassade, die der von Maria Limbach durch Neumann erbauten nachempfunden ist. Sie ist etwas höher als der First des Kirchendaches, so dass von vorne gesehen die Kirche größer erscheint.

Im Kircheninneren fällt vor allem der Hochaltar ins Auge, der 1769 von Johann Bernhard Kamm in frei stehender Architektur geschaffen und mit wertvollen Figuren ausgeschmückt wurde: Joachim (re.) und Joseph und viele Engel. Das Altarbild, von Marquard Treu 1771 gemalt, zeigt die apokalyptische Frau über den Vertretern der damals bekannten 4 Erdteile.

Die Seitenaltäre stammen von Melchior Günther aus dem Jahr 1774. Ihre Gemälde von Franz Xaver Günther zeigen das Pflugscharwunder der hl. Kunigunde (re.) und die Kreuzigungsszene. Die Figuren schuf wie am Hochaltar Johann Bernhard Kamm: Die hl. Elisabeth und die hl. Anna mit Maria (re.), den hl. Johannes den Täufer und den hl. Judas Thaddäus. Mit Ausnahme des letzteren bilden alle Figuren der 3 Altäre ein marianisches Programm. Es passt zum Patrozinium der Pfarrkirche "Mariä Geburt", das am 8. September gefeiert wird.

Die Kanzel, 1760 von Veit Graupensberger geschaffen, zeigt an der Brüstung Christus und die 4 Evangelisten. Auf dem Schalldeckel ist der hl. Johannes Nepomuk dargestellt. 2 Engel tragen seine Attribute (Siegeskranz und Fackel), einer von ihnen deutet mit dem Finger auf dem Mund das Beichtgeheimnis an. Aus der Vorgängerkirche stammt die spätgotische Madonna aus dem Jahr 1480, die jetzt das rechte Querschiff schmückt. Andere Figuren im Kirchenraum stellen (vorne rechts beginnend) Antonius von Padua, den Erzengel Michael, eine Rokoko Madonna, Papst Urban, Herz Mariä und Herz Jesu, Sebastian und Wendelin dar. Außerdem ist ein Missionskreuz angebracht.

Die Malereien an den Wänden des Langhauses und in der Vierungskuppel stammen aus dem 19. Jh, die Rahmen des Kreuzweges aus dem Jahr 1779, die Bilder selbst aus dem 19. Jh.

Die Orgel ist ein romantisches, elektro pneumatisches Werk der Fa. Steinmeyer, Oettingen aus dem Jahr 1926. Von der Vorgängerorgel, um 1770 erbaut, wurden die beiden barocken Ecktürme des Gehäuses übernommen.

Die Kirche besitzt 3 Glocken aus den Jahren 1433, 1623 und 1949.

In der Zeit nach dem Kirchbau wurde ebenfalls von Küchel das stattliche Pfarrhaus errichtet, das einen sehr schönen Treppenaufgang besitzt.

Kirche und Pfarrhaus stellten für das damalige kleine und bescheidene Dorf einen ganz großen Reichtum dar und sind heute noch für Pettstadt die wertvollsten und kunsthistorisch wichtigsten Gebäude.

Text: Pfarrer Hermann Komnick, Pettstadt
Fotos: Josef Beck, Dr. Berthold Schaubert, Klaus Henneberg

Ab 1999 erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten

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